Ilona Klotz
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Übrigens...

Lukas und die Leine

Nun habe ich, ja ICH, einen Hund, der beim Spaziergang ständig an der Leine ist.

In meiner beruflichen Laufbahn habe ich erlebt, dass Hunde aus den unterschiedlichsten Gründen an der Leine bleiben müssen. Sei es, weil sie hinter Wildspuren hergehen, Jogger, Radfahrer, Kühe, Schafe oder Pferde jagen, Spaziergänger anspringen oder auch einfach auf Rückruf nicht reagieren. Ich habe aber in meiner Hundeschulzeit keinen Hund kennengelernt, der an der Leine geführt werden möchte.

Aber nun mal ganz von vorne. Ich habe 2011 einen damals vier Monate alten Entlebucherwelpen übernommen, den seine Menschen beim Tierarzt auf den Behandlungstisch gesetzt hatten und ihn nicht wieder mitnehmen wollten. Da ich ihn schon aus meinem Welpenkurs kannte, beschloss ich, ihn in mein Rudel aufzunehmen. Wie alle Hunde, die ich „gebraucht“ übernommen hatte, legte ich auch bei Lukas meinen Ehrgeiz darein, ihn möglichst bald ohne Leine laufen zu lassen. Er hatte zwar immer eine kurze Schleppleine dran, aber er lief frei, wie meine anderen beiden Hunde auch.

Ich weiß nicht mehr, wann es begann, aber eines Tages fingen die Attacken von Lukas gegen mich an. Nicht zu Hause, da war und ist er ein wahrer Schatz. Aber draußen wurden die Spaziergänge zur Tortur. Kaum kam der Kerl aus dem Auto, so ging er in Übersprungshandlungen. Er riss Grasbüschel raus, schlug sie sich um die Ohren, dann nahm er Stöcke und Knüppel ins Maul und schlug auch die hin und her, mir auch manchmal zwischen die Beine. Und immer hatte er mich im Visier. Denn plötzlich, wenn er mal vorlief, flog sein Kopf nach hinten, er warf sich rum und kam giftig, frech bellend auf mich zu. Er umkreiste mich, sprang vor mir in die Luft, seine Augen waren tief schwarz, und erst wenn ich ihn richtig anbrüllte oder ihn auf den Boden zwang, hörte er auf.

Jeder kleine Ausfallschritt von mir, z.B. wenn ich einer Pfütze ausweichen wollte, führte zu neuen Attacken. Ich legte ihm wieder kurze Schleppleinen an, mit denen er auf dem ganzen Spaziergang herumlief. Kurzzeitig wurde sein Verhalten besser, aber wirklich nur kurzzeitig. Ich versuchte, ihn mit Leckerchen abzulenken, aber auch das klappte bedingt.

Ende Januar war ich nach zwei Spaziergängen so frustriert, dass mir klar war, entweder geht der Hund oder es ändert sich bald etwas. Ich hatte keine Lust mehr und das wusste ich sicher!

Also überlegte ich und da ich wusste, dass Lukas eigentlich meinen verlängerten Arm bräuchte, kramte ich meine Flexileine raus, und zu unserem ersten Spaziergang am Montag im Wald machte ich ihn schon im Auto an die Flexileine.

Ich traute meinen Augen nicht, denn ich konnte das Auto abschließen, während Lukas ruhig und gelassen neben mir stand. Sonst befand er sich unmittelbar nach Verlassen des Wagens schon in den ersten Übersprungshandlungen.

Seit 5 Jahren hatten wir erstmals einen völlig entspannten, ruhigen und schönen Spaziergang. Er nutzte die 10 Meter Leine voll aus, ohne zu ziehen; lief entspannt und locker, schnupperte rechts und links am Wegrand und machte einen richtig zufriedenen Eindruck.

Inzwischen ist jeder unserer Spaziergänge so abgelaufen. Versuche, ihn zwischendurch mal wieder ohne Leine laufen zu lassen, habe ich sofort immer schnell abgebrochen, denn sobald ich den Karabinerhaken löste, wurde Lukas hektisch und wollte wieder in die Übersprungshandlung.

Ich verstehe diesen Leinenwunsch nicht, aber wenn es ihm und mir hilft, dann soll er auch erst einmal weiter an der Leine laufen. Man weiß halt einfach nicht, was ihn in den ersten vier Monaten so geprägt hat.

Loader – Einstiegshilfen für Hunde

Schon in jungen Jahren hatte ich meine Hunde an die Einstiegshilfen fürs Auto gewöhnt.

Für jeden Spaziergang fuhr, und fahre ich auch heute noch, mit ihnen raus ins Gelände und somit hätten sie halt auch mehrmals täglich ins Auto rein, bzw. raus springen müssen.Als sie noch jung und gesund waren, wäre das für sie kein Problem gewesen, aber als Veteranen mit Arthrose, Spondilose und anderen Alterswehwehchen hätte ich ohne diese Einstiegsrampe keine Chance gehabt, sie ins Auto zu bekommen.

Allerdings habe ich folgende Erfahrung gemacht. Noch jung und gesund liefen sie ohne Schwierigkeiten über relativ schmale Rampen, die ich selber gebaut hatte. Aber mit zunehmendem Alter und entsprechenden Beschwerden wollten sie die „einfachen“ Rampen nicht mehr benutzen, zeigten Unsicherheiten und verweigerten sogar den Ein- und Ausstieg.

Dagegen gehen meine beiden alten Bernerinnen nach wie vor ohne Probleme mit leichter Unterstützung meinerseits über die breitere, gekaufte und solide Rampe.

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