Ilona Klotz
Sie sind hier: Startseite » Fährten-Kurse » Fährtenwochenende vom 25.10.-26.10. 2014

Fährtenwochenende vom 25.10.-26.10. 2014

Fährtenwochenende vom 22./23.03.2014

Im schönen Westerwald

Schon seit vielen Jahren besteht bei mir der Wunsch dass Fährten mit meinen Hunden zu erlernen. Umso erfreuter war ich, als ich von den Fährtenseminaren bei Issi im Westerwald erfuhr. Aber ohne Auto in den Westerwald zu gelangen, ist ein schier unmögliches Unterfangen. So sehr ich auch Fahrpläne durchsuchte, so geht es nicht, dass wurde mir sehr bald klar. Umso erfreuter war ich, als meine Freundin Gudrun mir anbot, dieses Erlebnis gemeinsam zu wagen. Ihre Schäferhündin Luna und Clara sind seit Jahren dicke Freundinnen, so konnten sie auch im Auto gemeinsam in das Wochenende starten.

Am Samstag rauschte Gudrun nun bei noch völliger Dunkelheit gegen 7:00 Uhr bei mir an. Das Wetter war grauselig, leichter Regen fiel und der Weg in den Westerwald war weit. Als Hunde, Rucksäcke und restliches Gepäck im Auto verstaut waren, konnte das Abenteuer beginnen. Wider Erwarten verlief die Fahrt super gut und Gudrun brachte ihre wertvolle Fracht pünktlich nach Rossbach zu Issi. Hier wurden wir sehr herzlich von ihr und ihren Hunden begrüßt und mit einer heißen Tasse Kaffee gestärkt. Nachdem noch Karin, auch eine Anfängerin, eintraf, bekamen wir eine gründliche Unterweisung in das Fährten. Alles erschien mir doch gar nicht so einfach, aber meine Freude war groß … noch.

Kurz vor 10:00 Uhr machten wir uns alle gemeinsam auf den Weg ins Gelände, wo uns schon die Fortgeschrittenen freudig erwarteten. Noch eine kurze Einweisung und dann wurden die Übungsplätze verlost. Abgesteckte Wiesenparzellen (für jeden zwei), soweit das Auge reichte, was für eine Arbeit, dachte ich. Ich bekam das Grundstück drei zugeteilt, und jeder begann seine erste Fährte für diesen Tag zu legen. Das Fährtentreten ist eine Wissenschaft für sich, da musste ich mich voll und ganz konzentrieren, treten, Leckerchen legen, wieder treten usw. Während alle Hundeführer fleißig an ihrer Fährte arbeiteten, konnten sich unsere Hunde im Auto ausruhen. Meine Clara war nun das erste Mal im Auto allein, ob das gut geht? Es ging, etwas jammern gehört dazu, doch Luna wartete ja auch und so schickte sie sich in das Unvermeidliche. Als alle Teilnehmer mit Treten und Legen fertig waren, wartete Issi schon mit Kaffee und Gebäck auf uns – was für ein toller Service! Eine Fährte muss ja einige Zeit ruhen, so konnten wir uns alle stärken und ich lernte die Teilnehmer näher kennen.

Dann kam die Stunde der Wahrheit. Zuerst suchte Luna ihre Fährte ab. Sie machte das so toll, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Ein dickes Lob also von allen Teilnehmern für sie. Nun musste ich mit meiner Clara ran. Der Anfang verlief recht gut, aber dann waren wohl andere Dinge wichtiger, wie z.B. Mäuselöcher oder ähnliches. Leider verliefen die anderen Fährten auch nicht so optimal, aber es ist wie im wirklichen Leben, es gelingt halt nicht immer alles auf Anhieb.

Frieda, Anton, Armin, Jenny und Axel suchten so perfekt und souverän, da kann man nur staunen – alle Achtung. Die Mittagspause hatten wir uns alle redlich verdient. Um unseren Hunger zu stillen hatte Issi uns eine köstliche Kürbiscremesuppe gekocht, die uns heiß ins Gelände gebracht wurde. Auch einen Nachtisch, in Form eines leckeren Kuchens, gebacken von Hilde, wurde uns gereicht.

Es gab sogar einen Campingtisch und Campingstühle, aufgebaut von der Familie Husemann, so konnten wir unser Essen besonders genießen und etwas relaxen.

Nun blieb uns noch eine gute Stunde um unsere Hunde zu bespaßen. Gudrun und ich taten das bei einem zünftigen Spaziergang durch Wald und Flur. Danach hieß es wieder treten, Leckerchen verteilen und warten. Dass alle Hunde wieder perfekt suchten und die „alten Hasen“ auch alle Verweise fanden, hat mich schon sehr fasziniert. Hundenasen sind schon etwas ganz besonderes. Meine „lustige“ Clara sah das wohl etwas anders, sie hatte wieder einmal den Schalk im Nacken.

Gegen 17:00 Uhr machten sich alle Teilnehmer auf den Weg in ihre Behausungen, denn gegen 19:00 Uhr wollten wir gemeinsam zu Abend essen. Gudrun und ich hatten zwei miteinander verbundene Zimmer, zur großen Freude unserer Mädels, die begeistert ihr gemeinsames Quartier in Augenschein nahmen.

Pünktlich um 19:00 Uhr trafen wir vier dann auch im Schützenhaus in Raubach ein. Unsere Mädchen schliefen wohlig im Auto, während wir einen geselligen Abend bei Speis und Trank in einer fröhlichen Runde verbrachten. Rechtschaffend müde fuhren wir gegen 21:00 Uhr in unser Hotel und sanken alsbald in unsere Betten, bzw. auf die Decken. In den sehr frühen Morgenstunden fuhr ich entsetzt hoch: mir war als hätte jemand meine Tür geöffnet, kurz darauf wurde die Zimmertür von Gudrun geöffnet. Einbrecher schoss es mir durch den Kopf, aber warum schlugen die Hunde nicht an? Nein, es war nur meine „lustige Clara“, die des Nachts ihre Freundin besuchen wollte. Zum Glück schlummerten Gudrun und Luna fest, so gelang es mir unter leisen Flüchen die Meinige wieder in unser Zimmer zu locken.

Nach einem sehr gemütlichen Frühstück mit Magret, Hilde und Gudrun brachen wir kurz vor 9:00 Uhr auf, um in den neuen Tag zu starten. Gudrun hatte für unsere beiden Damen schon „maulgerechte Häppchen“ vorbereitet und so ging es zügig wieder an die Arbeit: treten und legen, treten und legen. Die Fortgeschrittenen traten Fremdfährten, eine besondere Überraschung für das zu suchende Hund-Mensch-Team. Dass unsere Schnüffelnasen auch diese Aufgabe mit Bravour und Begeisterung meisterten, versteht sich doch von selbst und die Vierbeiner waren auch völlig zu Recht stolz auf ihre Leistungen. Allen sah man ihre Freude an. Für mich gibt es nichts Schöneres, als ein Fährtenteam zu beobachten, wie zum Beispiel Magret mit Axel, der seine Fährte wie ein Grandseigneur absuchte, oder Bettina mit der Entlebucher Dame Frieda, die jeden Verweis fand und ihn brav mit Platz anzeigte. Dass selbstverständlich auch Steffi mit Anton, Hilde mit Jenny und Jürgen mit Beagle Armin die komplizierten Fremdfährten auf Anhieb fanden, möchte auch noch erwähnt werden. Nicht zu vergessen, Schäferhündin Luna, die die von Issi getretene Fremdfährte auf Anhieb fand – alle Achtung.

In der Mittagspause wurde uns am Sonntag eine rote Linsensuppe (natürlich wieder „made by Issi“) kredenzt – einfach köstlich. Ein Waldspaziergang rundete die Mittagspause ab und bald gingen wieder alle voller Elan an die Arbeit.

Gegen 17:00 Uhr nahte leider schon der Abschied und ganz leicht zog die Dämmerung herauf. Unser Fährtenseminar näherte sich dem Ende. Schön, dass ich so nette Damen und Herren kennenlernen konnte, die alten Hasen haben uns Frischlingen auch wertvolle Tipps geben können.

Bei diesem Seminar blieben wirklich keine Wünsche offen. Es stimmte einfach alles, von der Organisation bis hin zum Gelände - Chapeau - liebe Issi! Am Sonntag bescherte Petrus uns auch noch einen traumhaften, sonnigen Tag und der Westerwald zeigte sich von seiner schönsten Seite.

Auch wenn ich mit meinem Kasperkopf nicht auf Anhieb Erfolg hatte, war es auch für uns beide ein ereignisreiches Wochenende – was durfte ich nicht alles lernen und der Anfang ist gemacht.

An dieses Seminar werde ich noch lange denken, es war für mich wie ein kleiner Urlaub, trotz Anstrengung fühle ich mich erholt.

Danke für alles, goodbye und auf Wiedersehen im Frühjahr 2015 wenn es wieder heißt:

„ Jippiee, Fährtenseminar bei Issiee!“