Ilona Klotz
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September 2012

Ein lustiger Bär kommt ins Haus

Nachdem mein Asso friedlich eingeschlafen war, begleitet von meinem Mann und mir, hatten wir ihn am selben Tag im Westerwald beerdigt. Sehr traurig und innerlich leer kehrten wir in unsere Wohnung zurück, wo uns so richtig bewusst wurde, dass unser guter Asso nicht mehr bei uns war. Und immer wieder fragten wir uns, warum wir den Welpen abgelehnt hatten. Natürlich war die Entscheidung zu dem Zeitpunkt richtig gewesen, aber jetzt hätte es so gut gepasst. Das war nun nicht mehr zu ändern – dachten wir.

Am späten Abend klingelte das Telefon und meine Freundin war dran. Sie wollte dieses und jenes wissen und dann sagte sie am Ende des Gespräches: „Du, wenn ihr wollt, dann wartet hier der Caspar auf euch!“
Die Gute, sie hatte bei der „Welpenschau“ Assos Gesundheitszustand richtig eingeschätzt, wissend, dass sein Lebenslicht langsam ausging.
Am liebsten wäre ich direkt ins Ruhrgebiet gestartet. Die Nacht machte ich kein Auge zu, denn erstmals würde ich die Verantwortung für einen Welpen übernehmen müssen und tausend Gedanken gingen mir durch den Kopf. Nachts werden Fliegen zu Elefanten und so türmten sich Berge von Problemen vor mir auf.
Endlich, endlich war der Morgen da und am Vormittag fuhren wir nach Bochum, um unseren Welpen zu holen.

10 Wochen war der kleine Kerl alt, kam direkt auf uns zugelaufen und überglücklich schlossen wir ihn in unsere Arme. Die Fahrt ins Rheinland verbrachte Caspar auf meinem Schoß.
Zu Hause angekommen, waren wir ganz gerührt, weil die Haustür mit einem bunten Willkommensband geschmückt war. Meine Freundin Karin hatte die Tür geschmückt, wie sie später erzählte, unter ziemlichem Stress.

Sie wusste nämlich nicht, dass ich Sonnensensoren an dem Rolladen hatte, und so kam es, dass, als sie ankam, die Jalousie oben war, aber auf dem Weg zum Hauseingang, ging die Jalousie runter, und sie dachte, wir wären schon zu Hause. Sie wartete erst einmal 5 Minuten hinter einem Busch, klingelte dann, und als sich nichts tat, setzte sie ihren Willkommensgruß in die Tat um.

Unsere ganze Zeit und Aufmerksamkeit beanspruchte der kleine Bär. Keine Frage, Asso fehlte überall, aber Caspar schaffte es, dass unsere Tage nicht nur von Trauer überschattet wurden.