Ilona Klotz
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Oktober 2013

Und ab ging’s im Sauseschritt

In den folgenden Jahren nahmen wir an vielen Fährten-, Gehorsamsprüfungen und Ausbildungswochen teil. Die begannen damals noch mit Prüfungen vor der Woche und später bildeten die Prüfungen den Abschluss der Ausbildungswoche.
Trotz der stattlichen Zahl gibt es einige Prüfungen, die mir in Erinnerung geblieben sind.

So war ich mit Caspar und Caramba mal wieder nach Hünxe gereist, um am jährlichen Fährtenpokal teilzunehmen.
Caramba lief inzwischen in einer höheren Stufe als Caspar, sie musste ihre Fährte in unterschiedlichen Bodenverhältnissen ausarbeiten. Das hieß, die Fährte begann in einem Wiesengelände, führte z.B. über einen Wirtschaftsweg, hinein in Acker und endete dann in Wiese.
Für meine Caruschel kein Problem; sie, die im Alltag schon mal leicht am Rad drehte, war in der Fährte die Ruhe selbst, hoch konzentriert, vom Abgang bis zum Ende.

Caspar trug, wie immer, seine Fährtenleine und das Suchgeschirr zum Abgang, wo ich ihn einschirrte.
Seine Fährte war im Wiesengelände gelegt worden und inzwischen hatte er das Verweisen der Gegenstände halbwegs gelernt. Trotzdem war ich mir bis zu diesem Tag und dieser Fährte sicher, dass er für die höhere Stufe noch nicht gut genug war.

Ich führte Caspar zum Abgang, gab das Suchkommando und – ab ging’s.
Im wahrsten Sinn des Wortes ging es ab. Caspar hatte ein Tempo drauf, dass ich wirklich im Trab hinter ihm her rennen musste. Etwas Zeit zum Verschnaufen hatte ich nur an den Gegenständen. Ich kann sicher sagen, dass das die schnellste Fährte in unserer Laufbahn war.
Die Lacher hatten wir auf unserer Seite – aber was wichtig war, die Prüfung hatte Caspar bestanden.

Allerdings schwor ich vor versammelter Mannschaft meinem Rüden, die nächste Prüfung wird in der höheren Stufe gemeldet!!!

Gesagt, getan. Von da an suchte Caspar wesentlich langsamer und viel konzentrierter. Ja, er war in einer anderen Prüfung so konzentriert, dass ihn Disteln im Fell nicht störten.
Sobald nur eine Tannennadel in seinen Hosen saß, war er ansonsten eine Mimose, dann konnte er nicht mehr weiter gehen, bis der Störenfried entfernt war.
In dieser Prüfung hatte Caspar ungefähr 2/3 der Fährte hinter sich, als ich plötzlich zwischen seinen Hinterbeinen ein Gebilde in Faustgröße sah, das ich nicht einordnen konnte. Erst nachdem die Fährtenprüfung beendet war, konnte ich nachsehen: Es war ein ganzes „Nest“ von Soldatenknöpfen.

Ich war sehr stolz auf meinen Bären, dass er sich durch dieses wirkliche Handicap nicht hatte ablenken lassen.