November 2011

Der Schlüssel zum gemeinsamen Glück

Jeden Nachmittag, wenn sein Frauchen ihren Mittagsschlaf beendet hatte, holte ich Asso ab und brachte ihn am Spätnachmittag wieder zurück. Da die Wirtschaft bis abends geöffnet hatte, machten mein Mann und ich oft auch noch abends mit Asso eine Runde.
Eines Tages bekam ich vormittags im Dienst einen Anruf von seinem Frauchen. Sie war total aufgelöst, weinte und sagte, dass Asso wohl die Tollwut hätte. Sie schilderte mir die Symptome und ich konnte sie dahingehend beruhigen, dass es ein epileptischer Anfall war. Von da an, er war gerade ca. 14 Monate alt, bekam der arme Kerl alle 8-10 Wochen einen Anfall, aus dem er in jungen Jahren relativ schnell wieder heraus kam, aber mit zunehmendem Alter dauerte es immer länger.

 

An diese Zeit gibt es noch eine Erinnerung in unserem Schlafzimmer. Irgendwann lag Asso schlafend auf den kühlen Fliesen im Schlafzimmer, als ihn ein Anfall beutelte. Im Krampf biss er in ein Bein des Nachttisches, der vor ihm stand. Als der Krampf abklang und er das Holzbein des Nachttisches losließ, war es bis auf eine dünne Stelle durchgebissen.
Im Laufe der Monate, die ich Asso inzwischen holte, hatten sein Frauchen und ich uns angefreundet, und als ich ihn eines Tages wieder abholte, legte sie mir die Schlüssel von Haus, Hof und Wirtschaft auf den Tisch und sagte: „Wann immer du willst, kannst du dir Asso holen, und er darf auch am Wochenende mit dir fahren.“ Strahlend fiel ich ihr um den Hals und konnte mein Glück nicht fassen.

 

Gleich am nächsten Wochenende fuhr er erstmals mit in den Westerwald, und danach begleitete er uns regelmäßig, natürlich auch an Feiertagen, langen Wochenenden und Kurzurlauben.
Es folgten drei sehr glückliche Jahre für ihn und für uns, bis, ja bis mein Mann und ich aus familiären Gründen 1989 wieder ins Rheinland zurück mussten.