Mai 2011

Arko und Anja traten in mein Leben

Fiffi war im hohen Alter die Regenbogenbrücke gegangen. Sein Herrchen war mit ihm am Bach, als Fiffi während des Trinkens umfiel und verstarb. Als wir an dem darauf folgenden Wochenende, am Freitagabend, in unsere Straße einbogen und kein Fiffi im Kreuzungsbereich saß, ahnten wir schon nichts Gutes. Noch während wir das Auto ausluden, kam der Nachbar und erzählte mit Tränen in den Augen von Fiffis Ableben und das er ihn im Wald begraben hätte.

 

Arko

Schmitz wurde mit zunehmendem Alter wirklich immer schärfer. An einem Winterabend saßen wir mit unseren Nachbarn in unserem Wohnzimmer und schauten Dias an. Schmitz lag zwischen meinem Mann und mir auf ihrem Sessel, als ein Vetter von unserer Nachbarin den Raum betrat. Nach der allgemeinen Begrüßung machte er einen Schritt auf den Diaprojektor zu , legte die Hand an das Gerät und sagte “So einen habe ich….” Weiter kam er nicht, denn im selben Moment wollte sich Schmitze mit wütendem Gebell auf ihn stürzen und nur der sofortige Griff von meinem Mann und mir in ihr Halsband verhinderten den Angriff. Grollend blieb sie liegen und ließ den Besucher nicht mehr aus den Augen.

Irgendwann klingelte es an unserer Haustür und da mein Mann seinen Freund erwartete, den Schmitze gut kannte und mochte, riss mein Mann die Haustür weit auf. Dumm war, vor der Tür stand ein Textilvertreter, dem Schmitz sofort am Hosenbein hing. Zum Glück war nur der Stoff zerrissen, so mußte der Vertreter sich selber eine neue Hose aus seinem Sortiment anziehen.

 

Auf dem Hof, wo Schmitz zu Hause war, hatte es inzwischen Familienzuwachs gegeben. Ein Rottweilerwelpe, namens Felix, war eingezogen und wuchs zu einem stattlichen Rüden heran. Jeden Samstag hielt ein Bäckerauto im Hof und Felix war immer der Erste, der am Auto stand, um sein Rosinenbrötchen von der Verkäuferin in Empfang zu nehmen. Dummerweise fraß er sein Brötchen meistens nicht sofort auf, sondern trug seine Beute rein und “versteckte” sie irgendwo unter einem Schrank, Tisch oder Sofa. Manchmal schob er es auch unter den Teppich. Wenn man dann ahnungslos des Weges kam, schoss er wie eine Furie heran und zwickte einen in die Wade, was nicht immer wirklich angenehm, sondern oft recht schmerzhaft, war.
Vor allem die Oma fand das überhaupt nicht lustig und drohte ihm immer mit dem Tierheim. Natürlich blieb es bei den verbalen Drohungen.
Ansonsten war Felix wirklich ein Lamm, war ruhig und gelassen und es konnte ihn nichts aus der Ruhe bringen.
Auf dem Hundeplatz arbeitete er mit seinem Herrn gut mit, aber lange Spaziergänge waren ihm ein Greul.

 

In dem Jahr als Fiffi starb, wurde oberhalb des Wohnhauses unserer Freunde eine riesige Zwingeranlage mit großer Hundehütte gebaut. Die Tochter des Hauses hatte sich einen Neufundländer gekauft und ihr Mann eine deutsche Dogge. Beide Hunde wurden im Zwinger untergebracht. Zunächst wurde noch einiges mit ihnen gemacht und unternommen, aber irgendwann fehlte die Zeit, sich mit den Hunden entsprechend zu beschäftigen und so verbrachten die Beiden ihre Tage in der Zwingeranlage.
Für Deutsche Doggen schwärmte ich schon seit Kindheitstagen und so holte ich eines Tages Anja, die blaue Dogge, für einen Spaziergang raus.

 

Arko stand mit traurigen Augen am Zaun und blickte uns mit etwas leerem Gesichtsausdruck hinterher. Als wir zurückkamen, saß er noch fast an derselben Stelle, freute sich aber unbändig über unsere Rückkehr und hüpfte wie ein Tennisball mit allen vier Beinen gleichzeitig in die Luft. Das wiederholte sich noch einige Male, bis ich ihn dann schließlich auch mitnahm.
Ja, nun holte ich immer beide Hunde zu Spaziergängen ab, obwohl das mit Arko zunächst überhaupt keine Freude bedeutete.
Davon aber im Juni mehr.