Ilona Klotz
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März 2014

Die Begegnung der besonderen Art

Es war im Februar, am Karnevalswochenende, als wir mit unseren Bernern und dem Gasthund Ronny einen Waldspaziergang im Westerwald machten. Blauer Himmel, strahlende Sonne, klare, kalte Luft, ein traumhafter Wintertag.

Die Rauschzeit der Füchse war wohl in vollem Gange, denn wir konnten auf einem ganz langen, geraden Weg, immer wieder Füchse in der Ferne beobachten.
Caspar und Caramba liefen vor uns her, während Leika, mit ihrem Freund Ronny hinter uns her ging. Leika war nicht mehr so schnell auf ihren Beinen und Ronny passte sich ihrer Geschwindigkeit an.

Irgendwann bogen wir von diesem frei in der Sonne liegenden Weg ab und kamen tiefer in den Wald hinein. Immer wieder vergewisserte ich mich, dass wir die beiden Berner hinter uns hatten. Alles war ruhig, alles war gut. Aber als ich mich wieder umdrehte, war nur noch Ronny hinter uns auf dem Weg, von Leika keine Spur.
Wir schauten links von uns in den Wald, nichts, als wir im selben Moment rechts von uns ein Aufjaulen und etwas Plumpsen hörten.
Dichtes Gestrüpp und Brombeerpflanzen versperrten uns die Sicht. Trotzdem lief ich auf einen Wildwechsel zu, als mir unsere Leika stark humpelnd entgegen kam.

Ich nahm sie am Halsband und führte sie auf den Weg. Mein Mann war völlig entsetzt, glaubte, sie hätte sich mit einem anderen Hund gebalgt. Ich tippte direkt auf Wildschwein, aber mein Mann wollte es genau wissen und ging entschlossenen Schrittes auf das Dickicht zu. Als er unmittelbar davor ankam, hörte man ein ganz tiefes, unheimliches Knurren oder Brummen und ich schrie meinen Mann an, er solle sofort zurückkommen. Ich hätte keine Lust, mit 4 Hunden gleich einer zornigen Sau gegenüber zu stehen.

Nur widerwillig trat mein Mann den Rückzug an. Kaum war er zurück auf dem Weg, machten wir uns so schnell, wie es Leikas Verletzungen zuließen, aus dem Gefahrenbereich. In sicherer Entfernung untersuchte ich unser „Kälbchen“ erst einmal sehr genau. Zum Glück hatte sie keine offenen Verletzungen, keine Bisswunden. Offensichtlich hatte sie einen „Schwarzkittel“ überrascht, der in der wärmenden Mittagssonne döste. Glücklicherweise hatte es sich wahrscheinlich um kein ausgewachsenes Tier gehandelt, sodaß sie „nur“ durch die Luft weggeschleudert worden war.

Mein Mann ging alleine den relativ langen Weg zum Parkplatz zurück, während ich mit unseren Hunden an einer Bank im Wald wartete bis wir von meinem Mann im Auto abgeholt wurden.

Es dauerte eine recht lange Zeit, bis die Prellungen und Zerrungen abgeklungen waren.
Leika hatte noch einmal Glück gehabt.