Ilona Klotz
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März 2013

Caspar und Caramba

Die Beiden waren wirklich ein Dreamteam.
Der ruhige, besonnene Caspar, nicht, dass Sie denken, er wäre eine Schlaftablette gewesen, absolut nicht, aber er ruhte einfach in sich. Vor allem, wenn ich in seiner Nähe war, konnte ihn nichts aus der Ruhe bringen, er geriet nur völlig aus der Fassung, wenn ich mich auf Spaziergängen mal erfolgreich verstecken konnte und er nicht gleich wusste, wo ich war. Dann raste er, doppelt so lang und halb so hoch, durch die Gegend und vergaß wohl völlig, dass er ja eigentlich inzwischen ein recht guter Fährtensucher war.

Die quirlige Caramba, die schnell am Rad drehte, aber in ihrem ruhigen Bruder den optimalen Gegenpohl gefunden hatte. Sie wollte gefallen, alles richtig machen und war mit Eifer bei der Arbeit.

Nachdem sie sich etwas eingelebt hatte, fing ich auch mit ihr die Fährtenarbeit an, und ich war erstaunt, wie schnell die Hündin kapiert hatte, dass sie Gegenstände „verweisen“ (anzeigen) sollte, während ihr Bruder alle, aber auch wirklich alle Gegenstände einfach „überroch“ und so tat, als gäbe es sie gar nicht.
Caspar wollte suchen, suchen, suchen und da störten diese „Aufenthalte“ einfach.

Ich war mit meinen beiden lustigen Bären inmmer Einzelkämpfer; deshalb griff ich mit Freude eines Tages die Anregung meiner Freundin auf, doch mal an der nächsten Ausbildungswoche vom SSV im Auetal teilzunehmen.

Also meldete ich uns für eine Woche Fährtenausbildung an. Voller Neugier und in großer Anspannung trafen wir viel zu früh am Zielort ein. Ach, wie froh war ich, als ich ein bekanntes Gesicht erspähte. Ich hatte ja überhaupt keine Ahnung, wie so eine Ausbildungswoche ablief, was mich erwartete, was man für Leute traf usw.

Der erste Tag der Ausbildungswoche war Prüfungstag,
Gehorsam und Fährte. Ich war ja „nur“ Zaungast, aber dieser Prüfungstag war für meine Zukunft prägend.

Hatte ich mir nach den negativen Prüfungserfahrungen in der Vergangenheit auf einem Hundeübungsplätz geschworen, nie mehr eine Prüfung mit meinen Hunden zu machen, so erkannte ich schnell, hier war aber alles anders. Jedes Team gab sein Bestes, die Stimmung war locker, freundlich, kameradschaftlich und es wurde mit gefiebert, gelitten und die Freude war groß, wenn wieder eine Prüfung bestanden war.
Bald war mir klar, unter solchen Bedingungen wollte und konnte ich in Zukunft auch mal wieder eine Prüfung laufen.

Die Ausbildungswoche war einfach toll, es gab viele neue Anregungen und Tipps, Korrekturen von eingeschlichenen Fehlern und ich genoss die intensive Arbeit mit meinen Hunden in kameradschaftlicher Gesellschaft von Gleichgesinnten.

Von nun an gönnte ich mir jedes Frühjahr mit meinen Bären die Ausbildungswoche unseres Vereins.