März 2011
Fiffis Hundehütte - zugenagelt!
Bei unseren Streifzügen im Westerwald kamen wir oft an einem wunderschön gelegenen Waldteich vorbei. Im Winter war er zugefroren, aber im Sommer lachte einen glasklares Wasser an. Eine einfache Bank und ein ins Wasser führender Holzsteg luden zum Verweilen ein.
Fiffi, Schmitz und Knolle standen zwar im seichten Wasser und tranken dort, aber alle drei waren ausgesprochen wasserscheu. An einem richtig heißen Wochenende wollten wir nun doch mal wissen, ob die drei Hunde überhaupt schwimmen konnten. Diskussionen mit Freunden hatten keine wirkliche Klarheit gebracht, also beschlossen mein Mann, unser Freund und Herrchen von Knolle und ich, mal den „Test“ zu starten.
Am Teich angekommen, ging mein Mann auf den Holzsteg, rief Schmitz neben sich, warf einen Stock ins Wasser, und als Schmitz sich über die Stegkante beugte, gab er ihr einen Schubs und ab ging’s ins Wasser. Ein Klatschen war zu hören, Wasser spritzte in die Höhe, und dann sah man nur noch Luftblasen vom Teichgrund aufsteigen. Von Schmitz keine Spur.
Hektisch streifte mein Mann sich sofort die Schuhe von den Füßen, riss das T-Shirt vom Leib, und als er gerade die Hose ausziehen wollte – tauchte unser Schmitz wieder auf – und schwamm mit kräftigen Zügen zum Ufer. Waren wir froh, dass wir sie gesund und munter wieder hatten.
Nun sollten Fiffi und Knolle ihr Seepferdchen machen, aber auf keinen Fall mehr durch den „Sprung“ ins Wasser. Also zogen sich unser Freund und mein Mann bis auf die Unterhosen aus, packten sich Knolle und Fiffi und trugen sie ins tiefer werdende Wasser. Fiffi wurde steif und steifer, seine Augen schienen aus dem Kopf zu treten und selbst seine Ohren standen wie Segel vom Kopf ab. Knolle war zunächst noch recht ruhig, aber als das Wasser höher stieg, strampelte sie wie verrückt und wollte natürlich weg. Als den Männern das Wasser bis zur Hüfte ging, ließen sie die Hunde Richtung Ufer los.
Wie ein alter Schaufelraddampfer „pflügte“ Knolle durchs Wasser, verursachte riesige Bugwellen, aber kam, nicht gerade fröhlich schauend, am Ufer an. Fiffi schwamm dagegen ganz ruhig und gelassen wie ein Otterans Ufer. Die Bäuche der Männer zierten übrigens jede Menge rote Striemen, weil die Hunde natürlich wie wild gestrampelt hatten.
Schwimmen zählte übrigens fortan nie zu den Lieblingsübungen von Schmitz, Knolle und Fiffi.
Fiffi hatte im Laufe der Monate und Jahre unseren Wochenzeitplan ganz genau verinnerlicht. Immer wieder berichteten uns Nachbarn, dass er ab Freitagmittag an der Straße saß und den Kreuzungsbereich zu unserem Haus fest im Blick hatte und wartete, bis unser Auto endlich am Spätnachmittag in die Straße einbog.
Toll war, dass seine Leute inzwischen erkannt hatten, dass man mit einem Hund mehr machen konnte, als ihn zu schlagen oder an der Kette und in einer Hütte zu halten.
Eines Tages, wir trauten unseren Augen kaum, war die Hütte von Fiffi mit einem Blech zugenagelt, die Kette war verschwunden und Fiffi hatte seinen festen Platz zu Hause in der Wohnküche auf der Couch bekommen.
Und als er viele, viele Jahre später am Bach umfiel und ein Herzschlag sein Leben beendete, waren seine Menschen, genau wie wir, richtig traurig über den Verlust von Fiffi, den ehemaligen Kettenhund.








