Ilona Klotz
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Juni 2013

Ein Bernerkleeblatt

Eines Tages, Caspar und Caramba waren gerade 1 Jahr alt, kam in meinen Welpenkurs ein altes Ehepaar mit einer kleinen Bernerhündin, namens Leika.

Leika war ein sehr stürmischer, wilder Welpe und wenn sie mit ihren Menschen ankam, war eine große Ähnlichkeit zu meinem Hundeschullogo zu erkennen. Sie hatte ihre Leute voll im Griff, und war nie Willens, ihnen zu gefallen oder gar zu hören. Sie rockte mit den anderen Welpen über die Wiese und schien nur genervt, wenn sie gerufen wurde. Genervt wirkte aber auch das Ehepaar und ich wußte, das war keine gute Konstellation.

Ich glaube, Leika war etwas über 4 Monate alt, als mich ihr Herrchen beauftragte, sie zu vermitteln, denn Leika war ihnen zu wild.

Er mußte sich einer Herzoperation unterziehen und seine Frau fühlte sich der dynamischen Hündin nicht gewachsen, denn sie hatte sich bei einem Sturz, verursacht durch Leika, eine Rippe gebrochen. Ich versprach, mich umzuhören, aber ich konnte leider unter dem gewissen, zeitlichen Druck, niemanden finden.

Nach der Herzoperation rief mich Leikas Herrchen an und fragte, ob ich die Hündin wohl 6 Wochen in Pflege nehmen würde, denn seine Frau wollte ihn zum Rehaaufenthalt begleiten. Mein Mann und ich stimmten zu, allerdings mit der Option, sollte es nicht klappen, müßten sie nach 3 Wochen Leika woanders unterbringen.

Aber alles ging gut, sie gewöhnte sich gut ein, vertrug sich mit unseren lustigen Bären, spielte und tobte draußen, wie eine Wilde und gehorchte immer besser.

Als die 6 Wochen dann um waren, bekam ich von dem Herrchen einen Anruf, dass sie uns die Hündin schenken und sie auf gar keinen Fall mehr zurück haben wollten.

Prima, damit hatte er ein Problem weniger und wir hatten einen Hund mehr. Andererseits hatten wir uns inzwischen schon so an unseren „Gurkenhobel“, wie mein Mann Leika zärtlich nannte, gewöhnt, dass wir sie relativ leichten Herzens behielten und somit hatten wir ein Bernerkleeblatt.