Juli 2011
Arko - "Prinz Hasenherz"
Es machte inzwischen wirklich Spass, Arko auf Spaziergängen dabei zu haben. Er hielt ständigen Blickkontakt zu mir, ging höchstens 5 m in einen Weg rein, blieb stehen, blickte zurück und vergewisserte sich, dass wir auch wirklich kamen. Rief oder pfiff ich, kam er freudig zurück und wieder einmal hatte ich die Erfahrung gemacht, dass sich Konsequenz und Mühe auszahlten.
Nun schien mir die Zeit gekommen, ihn auch mal mit zu uns nach Hause zu nehmen. Das kurze Stück Dorfstrasse fand er zwar sehr aufregend, sicherte immer wieder nach allen Seiten, ging aber brav mit. Als ich in die kleine Stichstraße zu unserem Haus einbiegen wollte, ein enges Sträßchen, rechts Häuser, links Häuser, haute er die Bremse rein und stand, einem bockigen Esel gleich, da und ließ sich keinen Zentimeter mehr bewegen.
Ziehen an der Leine – zwecklos, ziehen am Halsband – zwecklos, gutes Zureden – zwecklos, Leckerlies – zwecklos!
Also drehten wir um und gingen zum Hof zurück.
Immer und immer wieder versuchte ich von da an, ihn in diese besagte Straße zu locken und irgendwann ging, nein, schlich er tatsächlich mit.
Ja, er schlich mit – bis zum Gartentor, dann setzte er sich auf seinen dicken Hintern und nichts ging mehr. Immerhin waren wir nun schon mal bis vor unser Grundstück gekommen. Nach einigen vergeblichen Versuchen hatte ich dann die zündende Idee – die Toreinfahrt für`s Auto und – da ging er tatsächlich durch. Na also, geht doch, werden Sie jetzt denken, von wegen, denn nun wollte ich ja mit ihm auch ins Haus. Durch die Haustür versuchte ich es erst gar nicht. Mit viel Geduld und der Hilfe von Schmitz, ging er dann endlich irgendwann mit ums Haus herum in den hinteren Garten.
Konnte man zunächst in seinen Augen noch die nackte Angst sehen, so wurde er aber von Mal zu Mal beherzter und mutiger. Und ich ging immer einen Schritt weiter.
Rein in die Wohnung, zunächst wurde die Tür zum Garten noch offen gelassen, dann wurde sie angelehnt, danach geschlossen. Radio an, Fernseher an und irgendwann lag Arko im Wohnzimmer und später durfte man auch mit dem Staubsauger hantieren und er blieb ruhig und gelassen.
Von nun an war Arko viel bei uns und er blühte richtig auf. Bis hierhin war es ein mühevoller Weg, aber Geduld, Konsequenz und Ausdauer hatten sich bei ihm wirklich gelohnt.







