Januar 2011

Silvesterknallerei

Knolle wuchs heran, gedieh prächtig und wurde von ihrer Mutter Schmitz gut behütet.
Fiffi fand den Welpen zunächst nur nervig und war immer froh, wenn wir wieder vom Hof der Freunde in unser Reich zurückkehrten.
Die Katzen hatte Fiffi inzwischen voll akzeptiert und es passierte nur noch sehr selten, dass er beim Gang durchs Dorf mal hinter einer her jagte. Das waren dann wirklich nur „Scheinattacken“, denn schon nach einigen Sätzen drehte er um und kehrte zu uns zurück. Allerdings machte er immer ein Gesicht als wollte er sagen – wenn ich gewollt hätte - dann…!
Mit Kasimir, einem schwarzen Kater, hatte sich Fiffi sogar angefreundet. Wenn die Beiden sich in unserem Garten trafen, dann gingen sie aufeinander zu, Kasi rieb seinen Kopf an Fiffis Schnauze, bekam einen Nasenstüber von ihm, einen Ohrschlecker dazu und dann gingen sie an einander gedrückt weiter, wobei Kasimir laut schnurrte. Abends lagen sie oft zusammen auf dem Hundesofa und selbst wenn Fiffi im Traum vielleicht mit einem Hasen um die Wette lief, denn seine Beine zuckten und strampelten und der Kater bekam dabei manchen Streifschuss ab, oder Fiffi jiffte und knurrte aus tiefer Brust, das alles störte Kasi überhaupt nicht. Er hatte volles Vertrauen zu dem „ehemaligen“ Katzenbeißer Fiffi .

 

Schmitz wurde nach der Geburt von Knolle noch einmal heiß und obwohl wir aufgepasst hatten, war sie mit Fiffi auf einmal verschwunden. Die Ausschau nach ihnen im Feld blieb erfolglos und endlich, nach Stunden, bogen die beiden um die Hausecke. D.h. Schmitz wirkte irgendwie leicht angefressen und ihr Begleiter konnte sich nur noch mit Mühe auf den Beinen halten und sah wie ein Breitmaulfrosch aus. Die Augen waren riesengroß und traten leicht aus dem Kopf, seine Zunge hing ihm fast bis auf den Boden aus der Schnauze und man merkte ihm an, dass er froh war, als sich Schmitze mal hinlegte. Leider waren das immer nur kurze Intermezzi, denn sobald sich Fiffi ausruhen wollte, baute sich Schmitz vor ihm auf, leider immer mit dem Hinterteil bergab stehend. Obwohl sich der Rüde wirklich bemühte, hatte er keine Chance höher als bis zum Oberschenkel von Schmitz zu kommen.
Die Hündin stand ganz ruhig, drehte irgendwann dann langsam den Kopf zur Seite, warf sich plötzlich mit dem Hinterteil rum und umklammerte Fiffi von vorne mit ihren Vorderbeinen, machte Aufreitbewegungen und es schien, als wollte sie ihm zeigen, wie sie sich das Ganze vorstellte. Das war dann aber der Moment, wo wir Schmitz ins Haus sperrten und Schluß war mit Lustig. Nach dieser Läufigkeit wurde sie kastriert.
Knolle hatte übrigens ein neues Zuhause bei einem Baumschulfreund im Ort gefunden und wartete am Wochenende immer auf uns, weil sie dann als Dritte im Bunde ausgiebige Spaziergänge mitmachen durfte.

 

Silvester war für Fiffi immer ganz fürchterlich. Schon Tage vorher schlich er nur noch halb so hoch draußen rum und seine Rute war nicht zu sehen, sie schien unter`m Bauch fest getackert zu sein.
Selbst ganz entfernt gezündete Feuerwerkskörper hörte er und er fühlte sich draußen überhaupt nicht wohl in seiner Haut. Schmitz und Knolle störten sich nicht an der Knallerei. In der Silvesternacht lag Fiffi dann meistens vor dem Vertiko in unserer Wohnküche, allerdings hatte er den Kopf, mehr passte nicht drunter, unter den Schrank geschoben und da blieb er über Stunden liegen.
Niemand verriet ihm, dass er ja doch noch zu sehen war.
Selbst bei Gewitter zog sich Fiffi immer unter seine sichere „Schrankhöhle“ zurück.

In der Silvesternacht ging Schmitz natürlich mit auf die Straße und wenn dann die Knallfrösche oder Donnerschläge bei den Nachbarn gezündet und weg geworfen wurden, sprang sie zunächst mit lautem Gebell hinterher. Sie wollte die fliegenden Krachmacher fangen, was von uns natürlich ganz schnell unterbunden wurde und so versuchte sie, die Knallerei wenigstens mit wütendem Gebell an der Leine zu übertönen.