Februar 2011
Unser Kleeblatt
Gerne zogen mein Mann und ich mit „unserem Kleeblatt“, Fiffi, Schmitz und Knolle, an Wochenenden durch die Wälder im Westerwald.
Fiffi und Schmitz spezialisierten sich auf den Mäusefang, denn in manchen Jahren gab es Mäuse in Hülle und Fülle. Blieb man einen Moment auf einer Wiese stehen, dann liefen einem die Erdbewohner über die Füße.
Schmitze buddelte an einem Mäuseloch, während Fiffi in einiger Entfernung hoch konzentriert stand. Irgendwann traten die Mäuse die Flucht nach hinten an und – da war dann Fiffi, der mit ihnen kurzen Prozess machte. Knolle fand diese Aktionen ausgesprochen doof und blieb lieber bei uns.
Fiffi begleitete mich im Frühjahr und in den Sommermonaten immer auf meinen morgendlichen Ausritten, und wenn ich mal wieder einen Fuchs erspähte, eine Ricke mit ihrem Kitz friedlich äsend auf einer Weide erblickte, dann reichte ein kaum wahrnehmbares Psst von mir und Fiffi lag flach auf dem Boden. Ein Jagdhund hätte das Down nicht besser bringen können als er.
Eines Tages ritt ich früh morgens mit meiner Nina, begleitet von Fiffi, einen Waldweg entlang und ich wusste, am Wegesrand, mitten im Wald, lag eine wunderschöne Wiese. Schon beim Näherkommen hörte ich seltsame Geräusche, es polterte und es gab Laute, die ich zunächst nicht einzuordnen wusste. An Pferd und Hund merkte ich, dass irgendetwas da vorne los sein musste. Auf einmal erblickte ich zu meiner Rechten auf der Waldlichtung eine Rotte Sauen. Ich weiß nicht, wer erschrockener war, die Schwarzkittel oder wir drei.
Wie auf Kommando galoppierte Nina an, die Sauen flitzten zeitgleich los und Fiffi blieb zum Glück an unserer Seite. Parallel ging das „Rennen“ bestimmt über 50 – 70 m dahin, bis die Rotte, von uns abgewandt, ins Unterholz abbog, und ich hörte nur noch ein Bersten und Brechen von Zweigen und Ästen.
An dieses bestimmt einmalige „Wettrennen“ habe ich noch lange Zeit mit Freude zurückgedacht und auch heute noch muß ich schmunzeln, wenn ich an diese Stelle des Waldes komme.
Damals gab es noch recht viele Landwirte im Ort und auf den Weiden hinter unserem Haus grasten die Rinder. Nicht selten kamen wir von einem Spaziergang nach Hause zurück und Schmitz hatte sich wieder mal im Kuhfladen so richtig bis über die Ohren gewälzt. Sie liebte diesen recht herben Duft sehr, während sich unsere Begeisterung da doch in Grenzen hielt.
Also wurde der Schlauch in der warmen Jahreszeit angeschlossen und mit Shampoo und viel Wasser rückten wir Frau Schmitz zu Leibe. Wie ein Häufchen Elend hing sie im Halsband und erst in dem Moment, wo der Wasserhahn zugedreht wurde und sie durch den Garten rennen durfte, um das überschüssige Wasser aus dem Fell zu schütteln, war sie wieder die Alte.
Ja – sie war dann wirklich schnell wieder die ALTE, denn noch während wir mit dem Wegräumen der Waschutensilien beschäftigt waren, zog sie die Kreise im Garten immer größer und größer, und als alles weg geräumt war, stand eine glücklich und zufrieden ausschauende Schmitzin vor uns – stinkend!!!
Sie hatte eben mal in der Nachbarweide Duft nachgelegt!
Das wir dieses Spielchen nicht lange mitmachten, ist ja wohl jedem klar.







