August 2011
Arko macht Fortschritte
Arko wurde von Wochenende zu Wochenende mutiger. Es war eine Freude zu sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit er inzwischen mit mir in unser Grundstück und ins Haus ging. Wie schon vorher Fiffi, Knolle und auch Schmitz, erwartete er uns freitags sehnsüchtig. Unsere Freunde hatten inzwischen den Versuch aufgegeben, ihn in der Zwingeranlage halten zu wollen.
Immer und überall grub er sich unter dem Zaun ein Loch und hielt sich dann außerhalb des Zwingers auf. Bekam er Futter, ging er mit rein, aber sobald der Napf leer war, kroch er wieder nach draußen.
So ängstlich er ansonsten war, Wasser war sein Element. Es gab keine Pfütze, keinen Tümpel, Bach oder Teich, in die er nicht hinein sprang.
Wir waren nach einem starken Sommergewitter mit Schmitz und Arko spazieren und unser Weg führte uns über eine schmale Bachbrücke. Das ansonsten kleine Bächlein hatte enorm viel Wasser und bevor wir reagieren konnten, war Arko vorgelaufen und ausgerechnet am Steilhang ins Wasser gestiegen. Da das Wasser an dieser Stelle angestaut war, schlug es ihm über dem Rücken zusammen. Eigentlich nicht schlimm, zumal er das Bad offensichtlich sehr genoss.
Dann wollte er wieder raus und zu uns hoch klettern.
Aber - das ging nicht, denn das Fell von ihm hatte sich so voll Wasser gesogen, dass er immer wieder nach unten gezogen wurde. Als wir die Gefahr erkannten, hielt sich mein Mann am Brückengeländer fest, ich „seilte“ mich etwas am Hang ab und wurde von meinem Mann an einer Hand gehalten, bis es mir endlich gelang, Arko mit der anderen freien Hand zu greifen und hoch zu ziehen. Zum Glück „half“ er mit, denn ansonsten hätte ich ihn nicht hoch bekommen.
Arko hatte sich in unserem Garten und auch in dem Zwingergelände tiefe Erdlöcher gegraben und im Sommer, wenn es richtig warm war, zog er sich dahin zurück und genoss die Kühle der Erde.
Der schwarze Bär freute sich immer, wenn es Knochen oder andere Leckereien gab, aber alles wurde erst einmal eingegraben. Nach Tagen, wenn die Frische gewichen und sich eine gewisse „Reife“ eingestellt hatte, grub er seine Schätze wieder aus und fraß sie mit großem Genuss.
Als wir an einem Freitagnachmittag im Westerwald ankamen, erschraken wir beim Anblick unseres Scheunentores. Einige der unteren Bretter waren zerkratzt, der Lack war ab und es zeigten sich tiefe Rillen im Holz. Der Rasen davor sah aus, als hätte dort eine Rotte Sauen gewütet. Wir grübelten und grübelten, fanden aber keine Erklärung für dieses Trümmerfeld.
Erst als ich am Abend mit Arko zu unserem Haus kam, er wie ein Blitz ums Haus rannte und in der Scheune verschwand, folgte ich ihm eiligen Schrittes mit einer gewissen Ahnung. Dann sah ich ihn, er suchte ganz aufgeregt mit der Nase den Scheunenboden ab, kratzte auf dem Lehmboden herum und hatte endlich gefunden, was er suchte - seinen Knochen, den er nun mit großem Genuss im Garten verzehrte.
Sehr erstaunt waren wir, dass der ehemals so ängstliche Neufi alleine zu uns zum Grundstück gegangen war, um seine Beute zu holen, die er, von uns unbemerkt, ein Wochenende vorher in der Scheune vergraben hatte.





