Ilona Klotz
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August 2010

Altersbeschwerden

Nach wunderschönen, gemeinsamen Jahren, stellten sich bei Asso, im Alter von 10 Jahren, immer mehr Altersbeschwerden ein. Er kam sehr, sehr schwer hoch, konnte die Hinterbeine nicht mehr richtig heben und Treppen waren überhaupt nicht mehr zu bewältigen. Also zog ich mit ihm vom Schlafraum im Keller, in mein Arbeitszimmer im Erdgeschoss, auf die Ausziehcouch. An richtig heißen Tagen war es meinem Asso aber viel zu warm in dem Raum, denn der Teppichboden spendete keine Kühle. Also zog ich kurz entschlossen mit ihm auf die hintere Terrasse um. Die Campingliege war für mich nicht wirklich bequem, aber Asso fühlte sich in der kühlen Nachtluft wohl und schlief zufrieden auf seiner Matte. Ein Glasdach und zwei mit Scheiben geschlossene Seiten boten uns Schutz vor Regenschauern. Wollte Asso in den Garten, dann kam er mehr schlecht als recht die 5 Treppenstufen runter, aber nicht wieder rauf. Also gingen wir ums Haus rum und über die vordere Terrasse wieder ins Haus, denn da gab es keine Stufen. Richtige Spaziergänge konnte er nicht mehr machen. Alle 8 -10 Wochen traten nach wie vor die epileptischen Anfälle auf und es dauerte inzwischen relativ lange, bis er nach so einem Anfall wieder „in der Welt“ war, aber dann war er vom Kopf her wieder der Alte.
Leider spielte der Bewegungsapparat immer weniger richtig mit.
Er zog die Hinterpfoten immer mehr über den Asphalt und scheuerte sich die Zehenbereiche richtig wund. Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine „Schuhe“ für große Hunde, also nähte ich aus dickem Möbelstoff Schuhe für Asso, damit er sich die Pfoten nicht blutig lief. Bei Regenwetter wurden Plastiktüten drüber gezogen.

Eines Tages bekam ich einen Anruf von meiner Freundin, dass ihre Hündin 4 gesunde Welpen bekommen hätte, 2 Rüden und 2 Hündinnen.
Natürlich fuhren wir zur „Welpenschau“, als die Kleinen 7 Wochen alt waren. Meine Freundin fragte, ob ich einen Rüden haben wollte, was ich aber entschieden verneinte. Schließlich hatte ich noch meinen Asso und dem wollte ich keinen Kleinen zumuten, außerdem empfand ich das so, als würde ich auf das Ableben von Asso warten.
Meine Freundin, eine erfahrene Tierärztin, hatte Assos Gesundheitszustand direkt richtig eingeschätzt, sagte aber weiter nichts und zeigte Verständnis für meine Entscheidung.
3 Wochen später mußte ich meinen Asso von seinem Leiden erlösen und ihn schweren Herzens die Regenbogenbrücke gehen lassen.
Er schlief ruhig in meinem Arm ein.
Zu dem Zeitpunkt reichte es mir damals, dass er überhaupt noch da war, Heute weiß ich, dass ich ihn schon viel eher hätte gehen lassen müssen, denn die letzten Monate waren für ihn kein artgerechtes Leben mehr.
Traurig war ich, dass ich meiner Freundin wegen des Welpen eine Absage gegeben hatte, aber das war nun nicht mehr zu ändern.