Ilona Klotz
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April 2013

Meine ersten Prüfungen

Nach dieser ersten Ausbildungswoche war mir natürlich eines klar geworden – Caspar mußte das Verweisen der Gegenstände lernen. Denn, wenn ich wirklich mal eine Prüfung machen wollte, dann gehörte das Verweisen dazu. Also legte ich von nun an meinem Rüden überwiegend reine Gegenstandsfährten, wie ich es in der Ausbildungswoche gelernt hatte.
Ich hatte es gelernt, Caspar leider nicht. Zwischendurch verzweifelte ich, holte mir immer neue Tipps und Ratschläge von meiner Freundin, aber Caspar ignorierte mit einer enormen Ausdauer alle Gegenstände, er wollte suchen und nicht von so unnützem Kram „aufgehalten“ werden

Der Anmeldetermin für die nächste Ausbildungswoche rückte näher und – ich meldete Caspar, Caramba und mich an. Mit einem, bis unters Dach, voll beladenen Auto starteten wir nach Bad Lausick.

Hier begannen wir erst einmal mit der Ausbildung, die Prüfungen waren zum Ende der Woche angesetzt.

Ich legte für meine beiden Berner Fährten, dass es meiner Ausbilderin Christa ganz anders wurde. Mein Vertrauen, die Hunde machen das schon, war riesig groß und so begann ich im Wiesengelände, durchquerte Bachläufe, legte durch Wald und kam dann wieder auf der Wiese an, weil man ja im guten Gelände aufhören sollte. Steuerte der Fährtenhund auf einen Bach zu, kam von Christa – „Issi, da hast du doch nicht etwa durch gelegt?“ Doch, hatte ich, und die Hunde fanden die Fährte.

Aber, mein Caspar verwies nach wie vor keine Gegenstände. Dafür hatte ich gelernt, ihn gut und recht sicher zu lesen, d.h. ich bemerkte fast immer, wenn er auf einen Gegenstand stieß.

Caramba dagegen verwies mit einer Selbstverständlichkeit und Sicherheit, das ich beschloss, sie zur Prüfung anzumelden.

Am Abend vor den Prüfungen saßen wir in gemütlicher Runde, mit dem Richter, zusammen. Da erwähnte er so im Gespräch, dass jeder, der am Ende einer Fährte ankommt, bei ihm bestanden hätte.
Oh, dachte ich, das ist doch kein Problem für meinen Caspar, ankommen tun wir. Also meldete ich noch schnell auch Caspar für die Prüfungen an.

Ja, Prüfungen, denn man konnte eine Fährtenprüfung nur mit einer bereits bestandenen Gehorsamsprüfung laufen.
Ich, die nie, nie, nie, eine Prüfung mit ihren Hunden machen wollte, meldete uns nun gleich für 4 Prüfungen an.
In der schlaflosen Nacht vorher fragte ich mich mehrmals, wie bekloppt muß man denn für so einen Wahnsinn sein?

Der nächste Morgen kam und die Prüfungen begannen. Die Stimmung in der Gruppe war, trotz einer gewissen Anspannung, locker, fröhlich und einfach motivierend.

Zuerst lief ich mit meiner Caramba die GH 1 und nach der Endbesprechung stand fest – wir hatten bestanden!
Wir wurden beglückwünscht, gedrückt und alle freuten sich mit. Die erste Hürde war genommen!!!

Nach einem weiteren Prüfling war ich mit meinem Caspar dran, der die Prüfungsaufgaben sehr souverän und überzeugend meisterte. Auch hier stand nach der Endbesprechung fest – bestanden!
Mir fiel ein Felsbrocken vom Herzen, nun mussten wir nur noch die Fährtenprüfungen am nächsten Tag machen.
Wie die verliefen – erfahren Sie in der nächsten Geschichte im Mai.